Zum Inhalt springen

Worum es geht

Zwei Vorhaben, eine Wiese, viele offene Fragen

Der Rat der Stadt Herten hat die Einleitung zweier Bauleitplanverfahren in Herten-Langenbochum beschlossen. Beide betreffen bislang unbebauten Außenbereich mit besonderer Bedeutung für Stadtbild und Natur.

Den vollständigen Wortlaut des Bürgerbegehrens — Fragestellung, Begründung & Vertretungsberechtigte — kannst du hier nachlesen.

Freifläche am Autohaus Schürmann mit Umgebung
Luftbild der betroffenen Flächen mit Markierung — Ausmaß der geplanten Bebauung Luftbild der betroffenen Flächen mit Markierung — Überblick Luftbild der betroffenen Flächen mit Markierung — Einordnung

Ausmaß der betroffenen Flächen — Luftbild mit Markierung (eingekreiste Bereiche zeigen, wie viel Land bebaut werden soll).

Einordnung

Worum es im Kern geht

Die Wiese am Autohaus Schürmann und das Feldstraße-Areal stehen für grundlegende Fragen der Stadtentwicklung — nicht nur für einzelne Bauvorhaben. Hier die wichtigsten Dimensionen im Überblick:

Abwasser

Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand bestehen bereits heute Herausforderungen bei der Abwasserentsorgung im betroffenen Bereich. Fachliche Hinweise deuten darauf hin, dass bestehende Kapazitäten teilweise ausgelastet sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob zusätzliche Bauvorhaben überhaupt sicher angeschlossen werden können.

Kartendarstellung zum Thema Abwasser und Abfluss im betroffenen Bereich
Zur Einordnung: Abwasser und Abfluss im Planungsraum.

Hochwasser

Die Flächen übernehmen eine wichtige Funktion für den natürlichen Wasserabfluss und die Versickerung. Bei stärkeren Niederschlägen kann es hier bereits heute zu erhöhten Wasserständen kommen. Eine zusätzliche Versiegelung könnte diese Situation weiter verschärfen.

Karte „Wasserpuffer“ — Abwasser und Starkregen im betroffenen Gebiet
Karte mit dem „Wasserpuffer“ — Einordnung zu Abwasser und Starkregen.

Wichtige Funktion für das Stadtklima

Die Freiflächen übernehmen nach bestehenden Konzepten eine bedeutende Rolle für das lokale Klima am Übergang von Herten-Nord zum Außenbereich.

Sie tragen unter anderem dazu bei:

  • Temperatur auszugleichen
  • Luftbewegungen zu ermöglichen
  • Hitze zu reduzieren

Gerade im Hinblick auf zunehmende Wetterextreme gewinnen solche Flächen an Bedeutung. Veränderungen sollten daher sorgfältig bewertet werden — auch mit Blick auf die Zukunft.

Ein sensibler Bereich für geschützte Arten

Im Rahmen unserer Recherchen bestehen Hinweise auf das Vorkommen verschiedener geschützter Tierarten in diesem Gebiet.

Hierzu zählen unter anderem:

  • Fledermäuse
  • Bodenbrütende Vogelarten
  • Amphibien
  • weitere geschützte Arten

Diese Arten sind auf funktionierende Lebensräume angewiesen — nicht nur punktuell, sondern im gesamten Umfeld.

Wichtig: Artenschutz bedeutet nicht nur den Schutz einzelner Tiere, sondern auch den Erhalt ihrer Lebensräume und Bewegungsräume.

Naturverlust

Die betroffenen Flächen sind Teil eines zusammenhängenden Freiraumsystems. Solche Strukturen entwickeln sich über viele Jahre und erfüllen wichtige ökologische Funktionen. Ein Verlust lässt sich in dieser Form nicht einfach ausgleichen.

Schutzgebiet gemäß RVR-Plan — kartografische Einordnung
Schutzgebiet gemäß RVR-Plan — nach unserem Kenntnisstand seitens der Stadt offenbar nicht geprüft oder beachtet.
Schutzradien des Naturschutzgebietes gemäß EU — kartografische Darstellung
Schutzradien des Naturschutzgebietes gemäß EU.

Überlastung

Mehr Bebauung bedeutet in der Regel auch mehr Belastung für bestehende Systeme – etwa bei Verkehr, Entwässerung und Infrastruktur. Nach unserem Kenntnisstand sind einzelne Bereiche bereits heute stark beansprucht. Zusätzliche Belastungen sollten daher genau bewertet werden.

Umsetzbarkeit

Bei der Umsetzung stellen sich aus unserer Sicht noch offene Fragen – sowohl technisch als auch wirtschaftlich. Verschiedene Faktoren wie Flächenzuschnitt, Infrastruktur und Rahmenbedingungen spielen dabei eine Rolle. Ob das Vorhaben unter diesen Voraussetzungen langfristig tragfähig ist, sollte sorgfältig geprüft werden.

Gibt es andere Möglichkeiten?

Eine zentrale Frage jeder Stadtentwicklung ist:

Gibt es geeignete Alternativen?

Nach unseren eigenen Recherchen bestehen im Hertener Norden weitere Flächen, die grundsätzlich für eine Entwicklung in Betracht kommen könnten.

Aus unserer Sicht sollte transparent dargestellt werden, welche Alternativen geprüft wurden — und aus welchen Gründen Entscheidungen getroffen werden.

Verkehr

Zusätzliche Bauvorhaben führen in der Regel zu mehr Verkehr. Bereits heute sind einzelne Straßen im Umfeld stark frequentiert. Es stellt sich daher die Frage, wie sich zusätzliche Belastungen auf die bestehende Verkehrssituation auswirken.

Wirtschaftlichkeit

Auch wirtschaftliche Aspekte spielen bei solchen Projekten eine Rolle. Nach unserem Kenntnisstand bestehen Fragen zur langfristigen Tragfähigkeit einzelner Nutzungen. Eine nachhaltige Entwicklung sollte sowohl wirtschaftlich sinnvoll als auch dauerhaft tragfähig sein.

Flächen mit Bedeutung für Natur und Lebensraum

Die Freifläche am Autohaus Schürmann und das umgebende Feldstraße-Areal sind Teil eines gewachsenen Naturraums. Sie stehen in Verbindung mit angrenzenden Biotopstrukturen und erfüllen wichtige ökologische Funktionen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Grün- und Freiflächen mit Lebensraumfunktion
  • Gewässer- und Grabensysteme
  • Vernetzungen zwischen bestehenden Naturbereichen

In unmittelbarer Nähe befinden sich zudem Schutzgebiete, die Teil eines größeren ökologischen Zusammenhangs sind. Nach unserer Einschätzung sollten diese Zusammenhänge vor einer baulichen Entwicklung umfassend bewertet und berücksichtigt werden.

Offene Fragen bei Entwässerung und Belastung

Ein zentraler Punkt ist die wasserwirtschaftliche Situation.

Mehr Versiegelung bedeutet:

  • weniger natürliche Versickerung
  • höhere Belastung für Entwässerungssysteme
  • stärkere Auswirkungen bei Starkregen

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die bestehende Infrastruktur ausreichend ausgelegt ist — und welche Maßnahmen notwendig wären.

Flächen mit Bedeutung für regionale Nutzung

Die betroffenen Flächen werden aktuell landwirtschaftlich genutzt oder sind dafür geeignet. Für Betriebe vor Ort stellen solche Flächen eine wichtige Grundlage dar — sowohl wirtschaftlich als auch strukturell.

Auch dieser Aspekt sollte im Rahmen der Abwägung angemessen berücksichtigt werden.

Viele Punkte noch nicht abschließend geklärt

Neben grundsätzlichen Themen bestehen auch praktische Fragen zur Umsetzung der Planungen rund um Feldstraße und Polsumer Straße.

Dazu gehören unter anderem:

  • Verkehrsführung und Erschließung
  • Flächenaufteilung und Nutzung
  • Auswirkungen auf angrenzende Bereiche

Diese Punkte sind entscheidend für die tatsächliche Umsetzung und sollten vor einer Entscheidung nachvollziehbar geklärt sein.

Unsere Argumente

Warum wir den Beschluss anfechten

Nicht grundsätzlich gegen Entwicklung — sondern gegen eine Planung, die überstürzt und ohne ausreichende fachliche Grundlage eingeleitet wurde.

Abwasser

Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand bestehen bereits heute Herausforderungen bei der Abwasserentsorgung im betroffenen Bereich. Fachliche Hinweise deuten darauf hin, dass bestehende Kapazitäten teilweise ausgelastet sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob zusätzliche Bauvorhaben überhaupt sicher angeschlossen werden können.

Hochwasser

Die Flächen übernehmen eine wichtige Funktion für den natürlichen Wasserabfluss und die Versickerung. Bei stärkeren Niederschlägen kann es hier bereits heute zu erhöhten Wasserständen kommen. Eine zusätzliche Versiegelung könnte diese Situation weiter verschärfen.

Klima

Nach aktuellen städtischen Konzepten erfüllen die Flächen eine wichtige Rolle für das lokale Klima. Sie tragen zur Kühlung und zum Temperaturausgleich in angrenzenden Wohngebieten bei. Veränderungen sollten daher sorgfältig geprüft werden, um langfristige Auswirkungen zu vermeiden.

Artenschutz

Es bestehen Hinweise auf das Vorkommen geschützter Arten in diesem Bereich. Viele dieser Tiere nutzen nicht nur einzelne Flächen, sondern ganze Lebensräume im Verbund. Eingriffe können daher weitreichendere Auswirkungen haben, als es auf den ersten Blick erscheint.

Naturverlust

Die betroffenen Flächen sind Teil eines zusammenhängenden Freiraumsystems. Solche Strukturen entwickeln sich über viele Jahre und erfüllen wichtige ökologische Funktionen. Ein Verlust lässt sich in dieser Form nicht einfach ausgleichen.

Überlastung

Mehr Bebauung bedeutet in der Regel auch mehr Belastung für bestehende Systeme – etwa bei Verkehr, Entwässerung und Infrastruktur. Nach unserem Kenntnisstand sind einzelne Bereiche bereits heute stark beansprucht. Zusätzliche Belastungen sollten daher genau bewertet werden.

Umsetzbarkeit

Bei der Umsetzung stellen sich aus unserer Sicht noch offene Fragen – sowohl technisch als auch wirtschaftlich. Verschiedene Faktoren wie Flächenzuschnitt, Infrastruktur und Rahmenbedingungen spielen dabei eine Rolle. Ob das Vorhaben unter diesen Voraussetzungen langfristig tragfähig ist, sollte sorgfältig geprüft werden.

Alternativen

Ein zentrales Prinzip der Stadtentwicklung ist die Nutzung vorhandener Flächen vor der Inanspruchnahme neuer Bereiche. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand gibt es im Stadtgebiet weitere Entwicklungsoptionen. Es sollte transparent dargestellt werden, welche Alternativen geprüft wurden.

Verkehr

Zusätzliche Bauvorhaben führen in der Regel zu mehr Verkehr. Bereits heute sind einzelne Straßen im Umfeld stark frequentiert. Es stellt sich daher die Frage, wie sich zusätzliche Belastungen auf die bestehende Verkehrssituation auswirken.

Wirtschaftlichkeit

Auch wirtschaftliche Aspekte spielen bei solchen Projekten eine Rolle. Nach unserem Kenntnisstand bestehen Fragen zur langfristigen Tragfähigkeit einzelner Nutzungen. Eine nachhaltige Entwicklung sollte sowohl wirtschaftlich sinnvoll als auch dauerhaft tragfähig sein.